Ninjutsu: Die Kampkunst der Ninja

Ninjutsu: Die Kampkunst der Ninja

Ninjutsu bezeichnet die Kampfkunst bzw. Kriegskunst der Ninja und ist heute der Oberbegriff für Kampfkünste in den sogenannten Ninjutsu-Organisationen Bujinkan, Genbukan und Jinenkan. Geschichtlich gesehen handelt es sich beim Ninjutsu, das inzwischen über 900 Jahre alt ist, um einen Begriff für die Kunst der Spionage der japanischen Shinobi.

Eine kurze Zusammenfassung all dessen, was Ninjutsu umfasst, ist schwierig, da es ein sehr komplexes System von Selbstverteidigungs- und Kampftechniken sowohl mit als auch ohne Waffen beinhaltet. Die Kampfkunst hat zudem einen besonderen philosophischen Ansatz.

Ninjutsu ist eine Kampfkunst, bei der das Kämpfen, die Gesundheit und die Erweiterung des Bewusstseins auf eine ganzheitliche Weise verknüpft werden. Das ganze System geht dabei weit über das rein körperliche Training hinaus.

 

Zu den Techniken, die im Ninjutsu trainiert werden, zählen:

  1. Die Körperschule (Taihen Jutsu)

Hier wird zuerst die allgemeine Kondition aufgebaut. Dazu gehören Fallschulen ebenso wie Übungen für das Gleichgewicht und für eine bessere Kondition.

  1. Der Nahkampf ohne Waffen (Tai Jutsu)

Hierzu zählt eine ganze Palette von Fähigkeiten – angefangen von Schlägen und Tritten bis hin zu Würfen und Stichen mit Fingern und Zehen auf empfindliche Stellen des Gegners.

  1. Der Nahkampf mit Waffen

Neben dem Umgang mit Schwert und Stock wird auch der Umgang mit Wurfwaffen wie Sternen und Klingen trainiert. Zudem werden Gegenstände des Alltags als Waffen verwendet.

  1. Techniken der Spionage (Cho Ho)

Wie kann ich mich tarnen? Und wie komme ich in der Natur zurecht, wenn mir etwa Trinken und Essen ausgehen? Auch diese Fragen werden geklärt.

Techniken aus den Bereichen Strategie, Geografie, Meteorologie, Reiten, Heilung, Atmung und Spiritualität runden das Gesamtkonzept ab.

 

Das Training heute

Im Ninjutsu wird das Hauptaugenmerk heute auf das Trainieren der fundamentalen Grundbewegungen gelegt. Regelmäßiges Training sorgt dafür, dass sich nach und nach Muskelverspannungen, ungünstige Körperbewegungen und schlechte Haltungen lösen. Nach und nach wird das Training entspannter und der Fokus richtet sich mehr auf die Wachsamkeit des Geistes.

Im Training werden unterschiedliche Situationen durchgespielt, in denen man sich im Ernstfall verteidigen müsste. Dabei wird so wenig Krafft wie möglich aufgewandt. Der Schwerpunt liegt vielmehr auf ausgefeilten und weichen, fließenden Techniken. Ausgeklügelte Hebel-, Schlag-, Stoß-, Wurf- und Fallschultechniken bilden die Basis des Ninjutsu. Hierauf folgen im weiteren Verlauf des Kampfkunsttrainings entsprechende weiterführende Bewegungen.

Die Techniken sind so entwickelt worden, dass man sich damit in einer Gefahrensituation automatisch von der Quelle der Gefahr wegbewegt, ohne sich zu verletzen. Auch die Fähigkeit, die brisante Umstände von vorneherein zu vermeiden, wird geschult: Mentale Übungen und spezielle Bewegungen, die dabei helfen, sehr unangenehme Situationen zu meistern, zählen deshalb ebenfalls zum Ninjutsu-Training dazu.

 

Für wen eignet sich Ninjutsu?

Prinzipiell kann jeder die Techniken des Ninjutsu lernen. Ninjutsu funktioniert unabhängig von Körpergröße oder Körperstatur, denn es wurde insbesondere dazu entwickelt, um sich gegen größere und stärkere Gegner zur Wehr zu setzen.