Escrima – Die Kunst des logischen Waffensystems

Escrima

Unter Escrima versteht man eine Kampfkunst aus Philippinien, die den Kampf bzw. die Selbstverteidigung mit richtigen Waffen, mit Gegenständen aus dem Alltag und auch ohne Waffen perfektioniert hat.

 

Im Escrima wird zwischen drei Arten des Kampfes unterschieden:

  1. Im waffenlosen Kampf wird mit Schlägen, Tritten und Würfen gearbeitet. Hier sind keine Waffen außer den eigenen Armen und Beinen erlaubt.
  2. Beim Kampf mit stumpfen Waffen, dem Stockkampf, kommen ein gepolsterter Schlagstock (Doppel- oder Langstock) oder ein Stock aus Rattan zum Einsatz.
  3. Der Klingenkampf ist ein Kampf mit messerartigen Geräten. Ein hölzernes Trainingsmesser erleichtert Anfängern den Einstieg in die Kampfkunst, später wird zum Schwert oder Doppelschwert (mit oder ohne Schild zur Abwehr) oder zum Speer gewechselt.

 

Philosophie und Training

In den allermeisten Fällen wird eine körperliche Auseinandersetzung schon im Vorfeld durch die mentale Einstellung entschieden. Deshalb wird beim Escrima auch die geistige Belastbarkeit des Einzelnen trainiert. Gezielte Übungen zur Stressbewältigung sollen zudem das Selbstbewusstsein stärken. Die Kampfkünstler lernen so, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht überzureagieren. Das gilt nicht nur für brenzlige Situationen, sondern auch für die Herausforderungen des Alltags.

Im Training wird zudem der Umgang mit und der Respekt vor Waffen geschult. Auch stehen die Förderung der Bewegungskoordination, der Angstabbau, Fitness und Geschmeidigkeit auf dem Programm.

 

Escrima zur Selbstverteidigung

Insbesondere zur Selbstverteidigung ist diese Kampfkunst gut geeignet. Im Training lernen die Kampfkünstler unabhängig von Statur und Alter, wie sie sich am effektivsten verteidigen können. Spezialisierte Trainings gehen dabei auf verschiedene brenzlige Situationen ein, in die etwa Kinder, Frauen oder Männer kommen können. Dabei werden gezielt Techniken vermittelt, die man in jeder erdenklichen Situation einsetzen kann.

Wer Escrima-Unterricht nimmt, behandelt verschiedene Aspekte des Waffenkampfes – darunter Entwaffnungstechniken, verschiedene Verteidigungsmöglichkeiten gegen Angriffe mit und ohne Waffen sowie die waffenlose Umsetzung der Escrima-Kampfkunststrategien. Durch das Training mit unterschiedlichsten Gegenständen soll der Kampfkunstschüler die Angst vor einem bewaffneten Gegner verlieren – das ist das eigentliche Ziel der Kampfkunst. Kraft oder Gewicht des Gegners sind von untergeordneter Bedeutung – wichtiger sind Geschicklichkeit und Technik.

Die speziellen Techniken des Escrima lassen sich gut mit anderen Kampfsportarten kombinieren. Die dynamischen Bewegungen machen Spaß, trainieren den ganzen Körper und stärken mit steigender Körperbeherrschung auch das Selbstvertrauen.

 

Für wen eignet sich Escrima?

Escrima eignet sich praktisch für jedermann – unabhängig von seiner Konstitution oder körperlichen Fitness. Alle Bewegungen sind natürlich und können von jedem trainiert werden. Es sind keine athletischen oder akrobatischen Fähigkeiten nötig, um Escrima zu erlernen.