Der Beruf Kampfkunstlehrer für Jedermann erklärt

Wie erklärt man als Karate-, Kickbox-, Kungfu-, Taekwondo- oder MMA Lehrer welchem Beruf man nachgeht? Hier ein paar Antworten, die beim nächsten Erklärungsversuch helfen.

Bei Small Talks ist eine der ersten Fragen häufig: Und was machst du beruflich? Damit ist nicht gemeint, wofür ich brenne oder was meine Hobbies sind, sondern was ich tue, um Geld zu verdienen.

Für Festangestellte ist die Antwort deutlich einfacher. Heute gibt es leider noch keine allgemein verständlichen Berufskategorien für Kampfkunstlehrer. Häufig erntet man misstrauische Blicke, wenn man jemandem mitteilt, dass man Kampfsportler, Martial Artist oder Kampfkunst-Entrepreneur ist.

Genauso wenig wie ich verstehe, was ein Astrophysiker macht, versteht das Umfeld, was ein Kampfkunstlehrer oder ein Martial Artist oder ein Dojoleiter oder gar ein Martial Arts-Preneur ist. So greift man am besten auf allgemein verständliche Beispiele zurück, wie zum Beispiel „Kampfkunstlehrer sind Menschen, die ihr Geld mit Kampfsportunterricht verdienen. Dadurch haben sie andere Arbeitszeiten, eben nachmittags, abends und am Wochenende. Es gibt dabei ganz unterschiedliche Modelle, wie damit Geld verdient wird. Einige arbeiten als Trainer in Kampfsportschulen. Sie machen in der Regel genau das, was sie auf der Matte gelernt haben oder vorher gemacht haben, nur eben als Lehrer“.

“Ach ja, und dann verdiene ich auch noch Geld mit Personaltraining.„

Ein weiterer Erklärungsansatz ist wie folgt:

“Dann habe ich meine eigene Kampfkunst-Schule. Das ist nichts anderes als ein Geschäft oder ein Fitness-Studio, nur eben für Kampfkunst. Mein Wissen verpacke ich hier in verschiedene Kurse. Mit diesem Geschäftsmodelle verdiene ich mein Einkommen. Im Grunde bin ich also ein Kampfkunst-Unternehmer. Zu all dieser Arbeit im Dojo, kommen Arbeiten, wie zum Beispiel Logo-Design, Webseiten-Programmierung, Textarbeiten, Marketing und Manager hinzu. Wie viele andere bin ich also ein Multi-Potential, der alles ein bisschen aber nichts zur Perfektion kann. Das ist okay, denn ich bin der Manager meines eigenen kleinen Unternehmens und nicht immer der Leistungserbringer. Wenn ich etwas nicht kann, dann hole ich mir Hilfe von Experten.”

Und damit verdient man wirklich Geld?

“Natürlich kann man das. Wie sonst sollte ich mir meinen Lebensunterhalt finanzieren? Genauso wie Zeitschriften, Versicherungsmakler, Seminarleiter oder Ladenbesitzer in der bekannten Welt, kann ich mit genau mit den gleichen Geschäftsmodellen auch als Kampfkünstler Geld verdienen. Mein Vorteil ist, dass ich tue was ich liebe.”

Und bist du nicht einsam, wenn du durch die Arbeitszeiten wenig soziale Kontakte hast?

Kraft und Rückhalt geben mir vor allem meine Frau und meine Kinder, aber ja, manchmal schon, das gehört aber zum Unternehmertum dazu. Genau deshalb ist es für uns so wichtig, den Austausch miteinander zu suchen. Das geschieht teilweise im Internet auf Facebook oder in Communities und teilweise bei Treffen vor Ort, auf während der Meisterschaften und Turnieren und den Seminaren des Kampfkunst Kollegiums.

Und wie sicherst du dich ab? Machst du dir keine Sorgen um die Rente?

Solltest du dir nicht größere Sorgen um deine staatliche Rente machen? Ich investiere in mich und mein Unternehmen. Dass ich dafür eine bessere Rendite erhalte als vom Staat oder durch andere Finanzprodukte, davon bin ich überzeugt.

Gedanken mache ich mir um meine gesundheitliche Absicherung, weshalb ich eine gute Krankenversicherung für absolut notwendig halte.

Meine persönliche Antwort auf die Frage, welchem Beruf ich nachgehe, lautet wie folgt:

„Ich bin Kampfkunst-Unternehmer und sehe mich als Coach. Ich betreibe meine Kampfkunst-Schule und veranstalte Seminare und Workshops, in denen ich anderen Menschen Möglichkeiten aufzeigen will, sich und ihren Körper besser kennenzulernen. Ich habe andere Arbeitszeiten und Werte, nach denen ich mein Tun ausrichte. Ich mache Dinge, die mich erfüllen und einen Mehrwert für andere Menschen schaffen. Ach ja, und ich kann davon leben.“